"Sind wir bald da?" - Die PULS Lesereihe im Zeughaus




Bereits seit zehn Jahren bietet die PULS Lesereihe des Bayerischen Rundfunks Nachwuchsautoren eine Bühne. Junge Autoren waren dazu aufgerufen worden, Texte zum diesjährigen Motto „Sind wir bald da?“ einzureichen. Unter allen Einsendungen wurde dann von einer hochkarätigen Jury, unter anderem bestehend aus der Poetry Slammerin Meike Harms oder der Vorjahressiegerin Kristina Pöschl, die besten 12 Texte ausgewählt. In vier verschiedenen bayerischen Städten treten im Moment immer drei Autoren mit ihren Geschichten gegeneinander an. Wer vom Publikum zum Tagessieger gewählt wird, zieht in das große Lesereihen-Finale in in Regensburg ein und hat die Chance auf attraktive Preise.

Julia Jung
Am vergangenen Donnerstag machte die Lesereihe auch auf der Bühne des Zeughaus Halt. Drei Autorinnen  - darunter auch das ein oder andere bekannte Passauer Gesicht – präsentierten dort ihre vielfältigen Ideen zum diesjährigen Motto.

Den Beginn machte die 23-jährige Masterstudentin Julia Jung, die sich in der Dreiflüssestadt schon als Poetry Slammerin und Schauspielerin einen Namen machen konnte. Ihre dramatische Geschichte über zwei Unbekannte, deren Leben durch einen Unfall schicksalhaft verwoben werden, ließ das Publikum nachdenklich und ergriffen zurück.



Katharina Kaak
Auch die zweite Autorin, Katharina Kaak, ist in Passau keine Unbekannte. Sie studiert im siebten Semester Jura an der Universität Passau, was sie jedoch nicht davon abhält, sich in ihrer Freizeit ihrer ganz großen Liebe, dem Schreiben, zu widmen. Ihr Text „Der Tod hat kein Büro“ gehört zu den wenigen Texte der diesjährigen Lesereihe, der das Motto „Sind wir schon da?“ nicht als Reise, sondern als utopisches Ziel interpretiert hat. Und so erzählte Katharina Kaak von einem Experten für Bank- und Kapitalmarktrecht, dem der Tod höchstpersönlich ein interessantes Angebot macht.

Als dritte Jungautorin des Abends präsentierte Laura Goudkamp ihren Text „Sind wir bald da“ auf der Bühne des Zeughaus. Die Traunsteinerin mit bayerischen und niederländischen Wurzeln griff in ihrem Text die aktuelle Kriegssituation in Syrien auf und führte dem Publikum vor Augen, wie schnell so manches Alltagsproblem an Bedeutung verliert, wenn man einen Blick auf das Leid anderer wirft.




Musikalisch untermalt wurde der Abend von der Mainzer Singer-Songwriterin MINE, unterstützt von Vroni Frisch am Bass und Background-Gesang. Mit allerlei ungewöhnlichen Vintage-Instrumenten wie dem Omnichord oder Gitarette brachte sie einen ganz eigenen Klang auf die Bühne.
Neben Songs aus ihrem Debütalbum, präsentierte MINE auch unveröffentlichte Stücke, sowie ein sehr gelungenes Cover des Jan Delay Hip-Hop-Songs „B-Seite“. Zudem ließ es sich die stimmgewaltige Sängerin nicht nehmen, auch einen eigenen Prosatext mit dem Titel „Abgeschwiffen“ vorzutragen, in dem sie beschreibt, wie es sich für sie anfühlt, wenn man einen Text schreiben möchte und immer wieder gedanklich abschweift.










Tagessiegerin Laura Goudkamp


Auch in Passau lag es in der Hand des Publikums, die Gewinnerin des Abends zu wählen. Überzeugen konnte am Ende Laura Goudkamp, die jetzt in Regensburg im Finale gegen die anderen Städtesieger antritt. Falls sie auch dort gewinnt, wird sie an einem Schreibworkshop am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig teilnehmen und das Finale der deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaft 2015 mit dem Gewinnertext eröffnen.



Die Texte der aktuellen PULS Lesereihe sowie eine Best-of-Auswahl der vergangenen zehn Jahre könnt ihr übrigens ab sofort in dem Buch „Wir sind da – Die besten Texte der PULS Lesereihe 2006-2015“ nachlesen.






kultürlich-Autorin & Fotos: Anna Rössler


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